NEUES WISSEN - Breaking the Rules? - Alternative Dramaturgien

(2 Tage)

 

Dozent: Michael Ruf

 


Autoren und Autorinnen sind in den letzten Jahren zunehmend kreativ geworden. Ermutigt durch die Erfolge von Werken wie PULP FICTION, MAGNOLIA oder im deutschsprachigen Raum DAS WEISSE BAND gehen sie neue Wege beim Erzählen von Geschichten.

 

Doch wer glaubt, durch Mut und Kreativität allein überzeugende Filme zu schreiben, verkennt dass auch alternatives Storytelling eines fundierten dramaturgischen Wissens bedarf und Aristoteles noch immer unser Ausgangspunkt ist.

 

Das Seminar Breaking the Rules stellt einige der für die eigene Drehbuchpraxis im angelsächsischen Raum bekannte und in Deutschland wenig verbreiteten Ansätze der alternativen Dramaturgie vor, allen voran die Überlegungen der australischen Dramaturgin Linda Aronson.

 

Anhand mehrerer Filmbeispiele behandelt das Seminar - wesentlich präziser als in der deutschsprachigen Dramaturgie bislang diskutiert - zentrale Fragen des unkonventionellen Drehbuchschreibens:

 

Wie schreibe ich ein Drehbuch mit mehreren Protagonisten?

In welcher Beziehung können diese zueinander stehen?

Welche Eigenschaften kann ein „multipler Protagonist“ haben?

Und wessen Geschichte wird letztlich erzählt?

Wann funktioniert eine Geschichte mit einer passiven Hauptfigur?

Wie wirkt sich diese auf den Antagonisten und das Plotting der Geschichte aus?

Nach welchen Prinzipien sind erfolgreiche Filme mit Rückblenden gestaltet?

Wie funktionieren beispielsweise „Flashbacks zur Illustrierung“?

Wie gestaltet man Flashbacks als lebensverändernde Ereignisse oder als autobiographisches Element?

Was gilt es bei der Entwicklung eines Ensemble-Films zu beachten?

Wie wirkt sich die serielle Struktur auf Geschlossenheit, Geschwindigkeit und Sinngebung aus?

 

 

Ein Seminar v.a. für AutorInnen, RegisseurInnen, kreative ProduzentInnen, CutterInnen und für alle, die schon immer genau wissen wollten, wie Lester und seine Familie dramaturgisch in AMERICAN BEAUTY konzipiert sind, warum SHINE nur kurz vor dem Kollaps von David Helfgott beginnen kann und wie man heutzutage SCHNEEWITTCHEN mit Flashbacks und Flashforwards erzählen würde.

 

Das Seminar besteht aus einer Kombination von Vortrag, Diskussion und einigen Übungen. Es liefert genaue Analysen einschlägiger Filme.

 

 

Michael Ruf bei einem Vortrag auf der Tagung FilmStoffEntwicklung 09 des Verbandes deutscher Film- und Fernsehdramaturgen e.V. VeDRA am 19.09.2009 in Berlin

 

Der Seminarleiter Michael Ruf ist Drehbuchautor/Regisseur und studierte Feature Film (M.A.) an dem für die Verknüpfung von Theorie und Praxis renommierten Goldsmiths College London. In seinem Studium beschäftigte er sich intensiv mit klassischen dramaturgischen Ansätzen und alternativen Drehbuchkonzepten. Sein besonderes Interesse gilt jenen dramaturgischen Ansätzen wie dem mood-cue-approach nach Greg Smith, die in Deutschland noch wenig bekannt sind.

Sein letzter Film "Immer Sommer" lief u.a. beim FIAPF-akkredierten "Festival de Cine Bogota" und beim Max Ophuels-Filmfestival in Saarbrücken. TeilnehmerInnen-Feedback seiner bisherigen Seminaren ist auf www.ruf-film.de zu finden.

 

It is told out of sequence, but not as a gimmick: In a way, Egoyan has constructed this film in the simplest possible way. It isn't about the beginning and end of the plot, but about the beginning and end of the emotions.

Roger Ebert über THE SWEET HEREAFTER von Atom Egoyan


Nächstes Seminar: Samstag, den 24.04. von 10.00 bis 18.00 Uhr, Sonntag, den 25.04.10 von 10.00 bis 17.00 Uhr. (Daten und Kosten)

 


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